Bose Soundtouch – Drahtloses Multiroom neu definiert

by • 10. Oktober 2013 • ausprobiert, ElektronikComments (3)5983

Dank App, Fernbedienung und mit den Presets bietet Bose unschlagbar einfache Bedienung

Dank App, Fernbedienung und mit den Presets bietet Bose unschlagbar einfache Bedienung

Mit einem Paukenschlag hat Bose  sein neues System namens Soundtouch präsentiert. Die drahtlose Multiroom-Lösung bietet nahezu alles, was auch bestehende Lösungen bieten, glänzt aber darüber hinaus mit weiteren Features und einer unschlagbaren Bedienung. Gibt es nun echte Konkurrenz für Sonos?

Streaming ist die Zukunft der Musikwiedergabe, das wird jeder erkannt haben, der sich in den vergangenen Jahren mit dem Thema befasst hat. Streaming gar in zweierlei Hinsicht, einmal als Musikquelle in Form von Diensten wie Spotify, Napster oder Deezer, andererseits hinsichtlich der Verteilung im Haus, denn die Blütezeit der HiFi-Anlage in nur einem Raum ist längst vorbei. Heute ist unkomplizierter Musikgenuss gefragt. Technische Lösungen, die sich nahtlos in den Raum integrieren und dabei all die modernen Quellen verfügbar machen, die wir so lieben. Für viele Menschen kommt Musik heute vom Smartphone oder einem PC. Das kann die gekaufte oder gerippte Musikbibliothek sein, aber eben auch einer der zahllosen Dienste, die Millionen von Titeln offerieren und dabei die heimische Sammlung fast überflüssig machen. Genau dieser Art der Musikwiedergabe hat man sich bei Bose mit Soundtouch geöffnet.

Soundtouch 20, 30 und Portable definieren Boses neues, drahtloses Multiroom-System

Soundtouch 20, 30 und Portable definieren Boses neues, drahtloses Multiroom-System

Neue Hardware

Die markantesten Protagonisten der neuen Medienära hören bei Bose auf die Namen Soundtouch 20, Soundtouch 30 und Soundtouch Portable. Die beiden ersten sind unterschiedlich große Aktivlautsprecher. Soundtouch 20 ist etwa 30 cm breit, knapp 18 cm hoch und 10 cm tief. Das somit durchaus als kompakt zu bezeichnende Musiksystem produzierte bei der Präsentation ausgesprochen überzeugenden Klang. Wer den Einstieg in die Soundtouch-Welt wagt, ist mit dem 20er hervorragend bedient. Soundtouch 30 ist deutlich größer, 43 x 25 x 18 cm sind hier die Eckdaten und dank der üppigeren Dimensionen gelang es den Entwicklern, Boses bewährte WaveGuide-Technik für den Bassbereich unterzubringen, was den 30er zu beeindruckender Tieftonwiedergabe beflügelt. Der dritte Neuzugang mit dem Namen Soundtouch Portable ist nicht nur der kompakteste (25 x 15 x 8 cm), sondern dank eines integrierten Lithium-Ionen-Akkus unvergleichlich mobil. Mal eben Musik auf die Terrasse mitnehmen oder passende Beschallung beim Aufräumen der Garage? Kein Problem.

Designtechnisch sprechen die drei Soundtouchs eine Sprache: Weiße Gehäuse mit einer eleganten Struktur und schwarze Stoffbespannungen lasen sich in dieser Kombination überall nahtlos integrieren, die unmissverständlichen Bedienelemente auf der Oberseite sowie die brillanten Displays an der Front machen die Bedienung zum Kinderspiel, doch dazu später mehr.

Technisch setzt man bei Bose auf klassisches WLAN zur Musikverteilung, die Soundtouchs werden bei der Konfiguration einfach ins vorhandene Netz eingebunden und benötigen keine zusätzliche Schnittstelle. Das heißt, in der günstigsten Variante – ganz nach Wahl mit dem Soundtouch 20 oder Portable, beginnt der Einstieg bei knapp 400 Euro, zur Steuerung benötigt man dann ja nur noch Smartphone, Tablet oder einen Computer. Für das ausgewachsene Soundtouch 30 sind knapp 700 Euro fällig, im Gegenzug erhält man nochmals deutlich satteren Klang, vor allem eben im Bassbereich. Die drei Soundtouch Beauties sind Fall ab sofort erhältlich.

Die App für iOS, Android, Mac und PC ermöglicht das Belegen der Favoriten

Die App für iOS, Android, Mac und PC ermöglicht das Belegen der Favoriten

Innovative Bedienkonzepte

Die Technik hinter dem unkomplizierten Musikgenuss dürfte den meisten Menschen egal sein, entscheidend ist aber , wie leicht sie sich bedienen lässt. Die volle Funktionsvielfalt erschließen die Apps, die es direkt zum Start für iOS, Android, Mac und PC gibt. Eine elegante Oberfläche erlaubt das Durchforsten der eigenen Bibliothek, die Suche nach bestimmten Internetradiostationen oder den Zugriff auf Streamingdienste. So weit kennt man das auch von anderen Lösungen, doch Bose hat das Bedienkonzept weiter gedacht und setzt diesbezüglich auf eine ausgesprochen traditionelle, aber neu interpretierte Bedienvariante. Die Soundtouchs zieren nämlich sechs „Stationstasten“, zumindest hätte man diese bei einem Radio so benannt. Bei Boses Multiroom-System lassen sich hier aber beliebige Inhalte hinterlegen. Das kann eine Internetradiostation sein, ein favorisiertes Album oder eine beliebige Titelliste, die man selbst erstellt hat. Konfiguriert werden diese sechs Favoriten über die entsprechenden Apps, man zieht einfach den gewünschten Inhalt auf einen der sechs Speicherplätze und schon ist systemweit im ganzen Haus die entsprechende Musik mit nur einem Tastendruck verfügbar.

Der reduzierte Controller wird mit einer Wandhalterung ausgeliefert

Der reduzierte Controller wird mit einer Wandhalterung ausgeliefert

Die typische Situation: Man kommt nach Hause und möchte Musik hören, gestaltet sich dann ultimativ simpel. Mit einem Fingertipp startet das gewünschte Programm, kein Suchen nach dem Smartphone, kein Starten der entsprechenden App, einfach nur ein Fingerdruck. Ein kleines Detail, doch ein wichtiges, das den Genuss von Musik in ihren modernsten Darreichungsformen von technischem Ballast befreit.

Systemgedanke

Die neuen Soundtouch Produkte sind nur der erste Schritt in die komplett vernetzte, neue Bose-Welt, denn die Entwickler in Framingham haben sich auch ihr restliches Produktportfolio nochmals zur Brust genommen. Als nächste Erweiterung steht das Wave Soundtouch System in den Startlöchern. Das von der Idee her zwanzig Jahre alte Produkt ist mit der neuen Technik absolut auf der Höhe der Zeit und als ob die Entwickler es damals schon geahnt hätten, verfügt die Fernbedienung über sechs Stationstasten, die nun mit den systemweiten Inhalten belegt sind.

Boses Wave SoundTouch Music System wird als nächstes upgedatet

Boses Wave SoundTouch Music System wird als nächstes aufgefrischt

Noch ein wenig später wird das Soundtouch Stereo System erscheinen, das mit den bekannten Jewel Cubes sowie einem aktiven Subwoofer, die neuen Funktionen auch für klassische Stereoapplikationen erschließt. In diesem Kontext kommt verpflichtend eine neues Bedienelement zum Einsatz, der Soundtouch Controller. Etwa handflächengroß und kreisrund besitzt er brillantes OLED-Display, das bei Annäherung aktiviert wird, natürlich die sechs Funktionstasten sowie einen äußeren Ring, der die Lautstärke regelt. Lässt man den Finger über die Funktionstasten kreisen, verrät das Display, welcher Inhalt sich dahinter verbirgt, mit einem Tastendruck startet dann das gewünschte Programm. Der Controller macht sich natürlich hervorragend auf dem Couchtisch, noch cooler ist allerdings die Unterbringung in der mitgelieferten Wandhalterung. Für das Stereosystem ist diese Art der Bedienung verpflichtend, für die anderen Soundtouch-Produkte kann man den smarten und mit knapp 100 Euro durchaus bezahlbaren Controller aber ebenfalls einsetzen. Er wird jeweils mit einem der Soundtouch-Systeme gepaart und ist dann fest für einen Raum zuständig.

Der Klassiker, das Stereosystem mit den Jewel Cubes, hat auch bald Zugang zur Soundtouch-Welt

Der Klassiker, das Stereosystem mit den Jewel Cubes, hat auch bald Zugang zur Soundtouch-Welt

Auch damit noch nicht genug, denn im weiteren Verlauf wird Bose auch die Lifestyle Home Entertainment Systeme aktualisieren bzw. mit einem Adapter nachrüsten können und auch der Einbauverstärker für den Custom-Install-Bereich erhält Soundtouch-Funktionalität. Auf diese Art lassen sich dann In-Wall-Lautsprecher, die Outdoor-Varianten und sogar die Gartenlautsprecher in das System einbinden – eine unschlagbare Bandbreite.

Auch Terrasse oder Balkon werden bald zu Musikzonen

Auch Terrasse oder Balkon werden dank Soundtouch bald zu Musikzonen

Fazit

Im Raum steht nun bei allen Kennern der Materie die Frage, wie sich Boses neue Musiklösung im Vergleich darstellt, denn in dieser Bandbreite wurde das Thema bislang nur von Sonos bedient. Die Kalifornier können auf der Habenseite vor allem die unglaubliche Anzahl von Musikservices verbuchen, von Napster über Spotify, Deezer sowie viele unbekanntere Dienste ist hier wirklich alles vorhanden. In diesem Punkt muss und wird Bose noch nachbessern, bis dahin kommen zumindest Apple-Nutzer schon via AirPlay in den Genuss aller erdenklichen Audioquellen. Im Zuge von Softwareupdates, die sich schnell und unkompliziert innerhalb weniger Minuten installieren lassen, werden die Soundtouch-Systeme schon bald noch mehr Features und eben die begehrten Dienste liefern. Zurzeit gibt es außerdem nur einen Partymodus über alle Zonen, ein Update wird hier die Verbindung ausgewählter Soundtouch-Komponenten zu einer Zone ermöglichen. Ebenfalls Sonos vorbehalten ist nach den aktuell veröffentlichten Plänen ein reiner Zoneplayer zum Anschluss an vorhandene HiFi-Anlagen. Dass Bose darauf verzichtet, ist aber irgendwie logisch, denn es würde die Kernphilosophie, Musik mit nur einem Fingertipp zu liefern, ad absurdum führen.

Auf der Habenseite der Bose-Komponenten ist die intuitive Bedienung dank der Presets, ein Feature, das im Alltag zu den meist genutzten zählen dürfte, ermöglicht es doch auch technisch unbedarften problemlosen Musikgenuss. Außerdem bietet Bose die Möglichkeit, im gleichen WLAN mehrere Systeme unabhängig voneinander zu verwenden, da durch die Identifikation mit einer Email-Adresse unterschiedliche Favoriten und Bibliotheken genutzt werden können. Wer braucht das? Nun, zum Beispiel jede Familie, bei der der Musikgeschmack von Eltern und Nachwuchs differieren – also kurz gefasst so ziemlich jede. Dann kann können die Kinder ihre eigenen Favoriten definieren und auch der versehentliche Eingriff ins Programm im Wohnzimmer ist somit ausgeschlossen – unbezahlbar. Zieht man dann noch die zahllosen, technischen Optionen bis hin zur Außenbeschallung oder Einbindung von Einbaulautsprechern in Erwägung, bietet Bose das zurzeit deutlich erwachsenere System. Es bleibt zu notieren, dass es nun erfreulicherweise mehr Auswahl für Interessenten drahtlosen Multirooms gibt und man darf getrost fragen, warum der Wettbewerb diese wunderbare Technik weiterhin zu verschlafen scheint

 

Bose Soundtouch 20

399,95 Euro

Bose Soundtouch 30

699,95 Euro

Bose Soundtouch Portable

399,95 Euro

www.bose.de

3 Responses to Bose Soundtouch – Drahtloses Multiroom neu definiert

  1. Johnny sagt:

    Es ist sehr Schade, dass bisherige Lifestyle Systeme nicht eingebunden werden können. Ich besitze eine strukturierte Bose Verkabelung unter Putz und zwar mit der bisherigen Link Technologie. Die gesamte Anlage ist miteinander vernetzt. Natürlich würde ich mir wünschen, dass noch ein Modul rauskommt welches man zwischen das Hub und die Anlage schaltet um per App alle Zonen steuern zu können. Was ich an der neuen Lösung nicht gut finde, dass man nur per W-LAN anbinden kann. Es müsste die Möglichkeit bestehen, die ganzen Lautsprecher auch über ein Ethernetkabel zu verbinden. Der W-LAN Smog lässt grüßen.

    • @ Johnny
      Dein Kommentar ist nachvollziehbar doch nicht ganz korrekt. Die neuen Lifestyle Systeme lassen sich mit dem Soundtouch Adapter auch per LAN Kabel betreiben. Ebenfalls gab es schon bei den alten Lifestyle Modellen eine W-LAN Anbindung mit den AL8 Modulen.
      Kurz gesagt, Bose hat vieles verbessert und im Ganzen ist es sehr gut gelungen. Ich denke, Bose wird noch ein paar Software Updates nachschieben und dann wird es perfekt sein.

  2. Vielen Dank für diesen Artikel! Macht weiter so!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Pin It

Related Posts