MacBook Pro – Love and Hate

by • 1. Januar 2017 • ElektronikComments (0)3476

 

 

Der schönste Platz ist an der Bar, der Touch Bar des MacBook Pro

Es ist Opulenz und Verzicht zugleich, das neue MacBook Pro. Opulenz in Sachen Technik und Geschwindigkeit, Verzicht hingegen in Sachen Schnittstellen. Wie lebt es sich vier Wochen lang nur mit Thunderbolt 3 aka USB-C? Ein absolut subjektiver Bericht.

 

Da ist es. 15 Zoll groß, nahezu „fully loaded“ und eben flutschneu. Über die technischen Aspekte ist hier an anderer Stelle schon geschrieben worden, nun interessiert uns die völlig subjektive Betrachtung des neuen MacBook Pro. Kann man mit nur einer Art von Schnittstelle leben, auch wenn sie gleich viermal vorhanden ist? Einer Schnittstelle, die zu nichts im eigenen IT-Mikrokosmos passt?

Thunderbolt mal 2 oder 4 - that's it

Thunderbolt mal 2 oder 4 – that’s it

MacBook Pro – 4 Anschlüsse für ein Hallelujah

Nehmen wir es vorweg: Ich habe die klassische USB-Schnittstelle vermisst in diesen vier Wochen, allerdings zugegebenermaßen nur einmal, als da dieser USB-Stick nach Anschluss verlangte. Mangels Adapter habe ich die Daten dann via Air Drop von einem Kollegen bekommen. Überhaupt ist Air Drop ein völlig unterschätztes Übertragungsverfahren. Wenn ich überlege, wie viele Bilder und andere Dateien ich schon seit geraumer Zeit über das geniale Feature von Device zu Device schicke, ist es fester Bestandteil meines Arbeitsalltags geworden. Kein Warten darauf, dass sich irgendwelche Cloud-Server synchronisieren, kein Überprüfen, ob sich beide Geräte im gleichen WLAN befinden. Es funktioniert einfach so.

13 Zoll ohne und mt Touch Bar, 15 Zoll mit Touchbar - das ist die neue MacBook Pro Familie

13 Zoll ohne und mt Touch Bar, 15 Zoll mit Touchbar – das ist die neue MacBook Pro Familie

Doch ich schweife ab. Ich würde so wahnsinnig gerne diese neue Schnittstelle nutzen, aber ich habe halt nichts, was ich dort anschließen kann. Außer dem Ladegerät. Das bringt mich zum nächsten Abschiedsschmerz: Ich will meinen MagSafe-Anschluss wieder. Diese kleine, aber geniale Erfindung hat meinem geliebten MacBook Air bestimmt zwei Dutzend Mal das Leben gerettet, denn der Arbeitsplatz ist oftmals ein Küchentisch und um den herum gibt es eben viel Verkehr. Außerdem hat das Ladekabel mit seiner Farbe kundgetan, ob der Ladevorgang beendet war.  Auch das hat irgendein Designer wegrationalisiert – schade. Andererseits ist jetzt das Kabel nicht mehr fest mit dem Netzteil verbunden, sondern eingesteckt. Gefällt mir, denn ich weiß, wie meine bisherigen Ladekabel nach diversen Jahren mobilem Einsatz aussehen. Manchmal wundere ich mich, wie viel Feindkontakt mit Stuhlbeinen solche Kabel aushalten.

 

MacBook Pro – Unschlagbare Ästhetik

Genug gejammert – das MacBook Pro ist trotz dieser Kleinigkeiten eine geile Kiste. Schon die pure, optische Ästhetik – bevorzugt bitte in Space Grau – macht Freude. Nichts stört das Bild, jedes Detail vom Gelenk bis hin zu den Anschlüssen ist minimalistisch und zugleich perfekt. Selbst die Rechenleistung der kleinsten Versionen reicht für alles, was ich so treibe, mehr als aus. Und ganz ehrlich, als Digitalnomade wäre selbstverständlich das 13-Zoll Modell die erste Wahl, denn die Welt wird immer enger. Flugzeugsitze rücken näher aneinander, die passende Tasche kann dann auch eine Nummer kleiner ausfallen und auch das Netzteil ist nicht ganz so voluminös. Würde ich gar das 13er ohne Touch Bar haben wollen? Nein, würde ich nicht. Auch wenn ich die Hardkeys für laut und leise, für hell und dunkel so manches Mal vermisse, möchte ich auf keinen Fall auf die Möglichkeiten des zusätzlichen Touchscreens verzichten wollen, ich kaufe ja auch kein Auto ohne Navigation.  Außerdem hat die Touch Bar Version des MacBook Pro vier der wunderbaren Ports, mit denen ich noch nichts anfangen kann.

Eine Frage der Größe: 13 oder 15 Zoll. Das entscheiden der individuelle Geschmack und das Budget

Eine Frage der Größe: 13 oder 15 Zoll. Das entscheiden der individuelle Geschmack und das Budget

Und dann ist da noch diese Tastatur. Ganz ehrlich? Ich mag sie. Man kann darauf hervorragend schreiben, zielsicher und schnell. Einzig das Tastaturgeräusch treibt Kollegen im Büro oder den Nebenmann im Flieger schon mal in die Verzweiflung. Ja, dank Touch Bar hat man keine „feste“ Escape-Taste mehr, aber das ist ein durchaus verschmerzbarer Umstand. Was im Übrigen völlig überzeugen kann, ist der Klang den das MacBook Pro produziert. Sich bei der Arbeit mit Musik berieseln zu lassen oder mal eben ein YouTube-Video „aufdrehen“ macht mit den verbauten Lautsprechern richtig Spaß. So gelingt auch eine Präsentation vom Notebook aus mit beindruckendem Sound.

 

Fazit

Viel Licht und ein bisschen Schatten. Apples neues MacBook Pro ist sicherlich eines der ästhetischsten Notebooks, die man sich gönnen kann. Dass nur Thunderbolt-Anschlüsse an Bord sind, ist gewissermaßen eine Wette auf die Zukunft, bedarf aber zurzeit noch des einen oder anderen Workarounds im digitalen Alltag. Statt zahlloser Adapter würden wir übrigens das smarte Kistchen aus diesem Crowdfunding-Projekt bevorzugen: HyperDrive

Wenn mich einer fragt, dann bitte Space Grau

Wenn mich einer fragt, dann bitte Space Grau

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