Magnat LZR 980 by Pininfarina – Deutsche Technik trifft italienisches Design

by • 28. September 2014 • Design, Elektronik, featuredComments (0)1349

Magnat LZR 980 - German Engineering meets Italian Design

Magnat LZR 980 – German Engineering meets Italian Design

Zur IFA enthüllte Magnat ein bis zu diesem Zeitpunkt gut gehütetes Geheimnis, eine ganze Palette von stylischen Kopfhörern unter dem Namen LZR, gesprochen Laser. Doch die deutsche Traditionsmarke ist seitdem nicht einfach nur „auch“ mit Kopfhörern vertreten, das Topmodell stammt gestalterisch aus der italienischen Designschmiede Pininfarina und ist eine genauere Betrachtung wert.

Musik begleitet uns überall, dafür hat maßgeblich ein kleiner, einfach zu bedienender Musikspieler aus Kalifornien gesorgt, dessen musikalisches Erbe mittlerweile Smartphones rund um den Globus transportieren. Dieser Entwicklung ist es zu verdanken, dass Kopfhörer heute für viele Menschen integraler Bestandteil des Alltages und somit auch des Lebensstils sind. Ein funktionaler Gegenstand, der dennoch viel über seinen Träger aussagen kann. Musik ist auch das zentrale Element bei Magnat. Seit mehr als 40 Jahren entwickelt man dort Lautsprecher, von denen viele Kultstatus erreicht haben. Da ist der Schritt zur persönlichsten aller Musikgenussformen, dem Kopfhörer, ein eigentlich kleiner. Dennoch ließen sich die Entwickler Zeit und das Resultat kann sich nicht nur hören, sondern auch sehen lassen. An letzterem trifft die italienische Firma Pininfarina eine nicht unerhebliche „Mitschuld“, denn das Design des LZR 980, so heißt das Topmodell der Reihe, entstand an den Zeichentischen in Italien. Trenddokument durfte vorab schon einige Eindrücke aus der Entwicklung sammeln.

In zwei Farbvarianten wird es die High-End-Ohrhörer geben

In zwei Farbvarianten wird es die High-End-Ohrhörer geben

Okay? Eine Auftragsarbeit? So einfach ist das nicht, denn wer seine Produkte bei Pininfarina gestalten lassen möchte, muss sich dort gewissermaßen bewerben, die Italiener legen bei weitem nicht Hand an alles, was man ihnen vorsetzt. So wurde auch im Falle dieses Kopfhörers erst einmal geschaut, ob das Produkt den überhaupt ins Portfolio des Hauses passen könnte. Nachdem das positiv beschieden war, begann die Arbeit. Das Team um Fabio Calorio startete mit einer Marktrecherche, schaute sich an, was für Modelle bereits im Handel sind und für welche Zielgruppe diese konzipiert sind. Parallel ging es an die Ausarbeitung des Konzeptes für Magnat.

Laser für feinsten Sound

Schnitt, Ortswechsel. In der Entwicklungsabteilung von Magnat in der Nähe von Köln geht es ans Eingemachte, an die Technik. Mit hochmodernem Messequipment in Form von Lasern rückt man den Schallwandlern zu Leibe, um genauestens zu ermitteln, wie diese sich verhalten. Das nennt sich nach dem Hersteller des entsprechenden Equipments „klippeln“. Die feinfühlige Technik erlaubt es, störende Verzerrungen zu erkennen, die dann eliminiert werden können. Die Technik wird zum Namensgeber für die Serie von Kopfhörern, die entsteht, LZR.

Abnehmbare Kabel gehören zu den Details der exzellenten Kopfhörer

Abnehmbare Kabel gehören zu den Details der exzellenten Kopfhörer

Zwei Jahre später ist es endlich soweit, zur IFA 2014 dürfen die LZR-Kopfhörer ins Rampenlicht der Messe. Das elegante Design trifft ganz offensichtlich den Geschmack der Interessenten. Nicht nur uns scheinen die ineinander greifenden Kurven zu gefallen, auch das Publikum auf der Messe lässt sich mit einem überlebensgroßen Modell des LZR 980 fotografieren. Das in zwei Farbstellungen präsentierte Modell ist ein Eyecatcher. Nicht etwa wegen unübersehbarer Logos, sondern wirklich wegen seiner Gestaltung. Auch akustisch kann der 980 beim kurzen Erstkontakt überzeugen: Satt und dennoch natürlich erfüllt er alle Anforderungen, die man an einen vollformatigen Over-Ear-Hörer stellen kann. Tragekomfort? Sehr gut. Verarbeitung? Makellos, obwohl es sich noch um erste Muster handelt. Der Faltmechanismus macht das Prachtstück transportabel und das auswechselbare Kabel mit den integrierten Bedienelementen rundet den ersten Eindruck perfekt ab. Einen ausführlichen Test liefern wir nach, wenn die Serienhörer im Oktober verfügbar sind.

„Unsere Produkte haben gestalterisch eine hohe Lebensdauer“

Ein Interview mit Fabio Calorio von Pininfarina

td: Gratulation, das Design scheint bestens anzukommen. Wie müssen wir uns so einen Designprozess vorstellen?

Fabio Calorio: Zunächst einmal betreiben wir Marktforschung. Unser Team hat sich angeschaut, was es zurzeit so an Modellen gibt und darauf basierend eine Analyse erstellt. Dann haben wir die Zielgruppe für den LZR 980 definiert und eine entsprechende Formensprache entwickelt.

td: Wie sieht diese Zielgruppe aus?

Fabio Calorio: Nun, es war klar, dass es sich um ein Premiumprodukt handeln sollte, entsprechend ist auch schon eine gewisse Klientel vordefiniert. Wir erstellen dann Moodboards aus Formen, Farben und Materialien, die diese Gruppe beschreiben, das ist die Grundlage für unsere Arbeit.

td: Und dann haben Sie ein wunderbares Design und plötzlich schreien die Ingenieuere: „Das muss alles ganz anders aussehen“?

Fabio Calorio: Zum Glück nicht. Die technischen Rahmenbedingungen sind von Anfang an vorgegeben. Natürlich gibt es im Gestaltungsprozess immer wieder mal Änderungen, aber nichts, was dafür sorgt, dass man das Design von Grund auf neu konzipieren müsste.

td: Statt schreierischer Logos gibt es beim Magnat LZR 980 nur einen dezenten Schriftzug. Zeitgeist?

Fabio Calorio: Nein, unsere Produkte haben gestalterisch eine hohe Lebensdauer. Man soll sich damit lange Zeit wohlfühlen und nicht irgendwelchen Trends hinterherrennen. Der LZR 980 ist etwas für diejenigen, die ihren Platz im Leben bereits gefunden haben und sich nicht mehr über Marken definieren.

td: Ein typisch männliches Produkt?

Fabio Calorio: Das ist eine gute Frage. Man könnte es zunächst meinen, aber unsere Auswertungen haben ergeben, dass sich auch ein hoher Prozentsatz von Frauen mit der Gestaltung begeistern lässt. Insofern bleiben wir gespannt, wie es sich nach der Markteinführung entwickelt.

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