Der Fernseher als Luxusgut

by • 1. März 2020 • featuredKommentare deaktiviert für Der Fernseher als Luxusgut660

Displays mit Hightech und Sexappeal auf der CES

Wir konsumieren immer mehr Medien, da kommt dem heimischen Bildschirm wie gewohnt ein hoher Stellenwert zu. Doch die Display-Neuheiten der CES zeigen, dass statt Billigheimern aus dem Großmarkt sexy Displays mit Hightech die Zukunftbestimmen. Und 8K ist da nur eine Nebenerscheinung.

Samsungs The Sero lässt sich ins Smartphone-Format drehen

Lange haben wir den Kampf OLED gegen LCD beobachtet, doch heimlich, still und leise kommen neue Technologien auf den Markt, die zu ganz neuen Bilderlebnissen führen können. MicroLED ist der Technikschauplatz der Stunde, denn die neuen Displays bieten unerreichte Helligkeit, ungeahnte Möglichkeiten, leider aber auch noch unbezahlbare Preise. Schauen wir sie uns trotzdem an.

Zu den ersten, die die Technik einsetzen, und das schon seit einiger Zeit, gehört Samsung. Bereits vor einiger Zeit zeigte man mit „The Wall“, einem 290 Zoll messenden Bildschirm, welches Potenzial die Technik hat. Der Zauber liegt nicht nur in riesigen Dimensionen, sondern darin, dass man seine Bildfläche modular in beliebigen Größen und Seitenverhältnissen aufbauen kann. Theoretisch und wenn der Geldbeutel es erlaubt, kann man eine komplette Wand mit Display füllen und nur Teile davon für einen oder mehrere Inhalte nutzen.

Das klingt jetzt einfacher als es ist, aber in der Tat ist „The Wall“ mittlerweile erhältlich. Aber Achtung, die 4K-Version mit 146 Zoll Bilddiagonale kostet in etwa eine halbe Million Euro. Nichtsdestotrotz wurden bereits einige Exemplare verkauft.

Neben Agenturen und Firmen haben sich wohl auch einige Privatleute das exklusive Erlebnis gegönnt, nicht nur in ihren Wohnungen, sondern auch auf Yachten.

Das soll uns aber nicht schockieren, denn MicroLED wird 2020 definitiv auch als Version für Normalsterbliche, wenn auch gut betuchte Normalsterbliche erhältlich sein. Samsung hat Diagonalen von 75, 88, 93 und 110 Zoll angekündigt, dazu kommen zwei Modelle mit 88 und 150 Zoll im Infinity-Design, die extrem flach an der Wand sitzen werden.

Displays für vertikale Inhalte

In Asien war „The Sero“ bereits zum Verkauf angeboten worden, nun soll der Design-Bildschirm mit dem drehbaren 43-Zoll Display auch hierzulande in die Läden kommen. Bei Inhalten auf dem Android-Smartphone synchronisiert der Fernseher seine Position automatisch, wenn man das Telefon dreht. Für iOS wird dieses Feature sicherlich auch bald kommen, denn wir prognostizieren mal, dass der etwa 1.500 Euro teure Bildschirm den Weg in viele designaffine Haushalte und Agenturen finden wird.

LG rollt weiter

Der aufrollbare OLED, der Star der vergangenen CES, wird nun endlich auch in Deutschland in den Markt eingeführt. Zu genauen Daten und Preisen hielt man sich bei LG zur Messe aber noch bedeckt. Währenddessen zeigte man aber eine weitere Variante, die statt von unten nach oben in der anderen Richtung ausgerollt werden kann, ideal also für die Unterbringung in einer abgehängten Decke.

Ob dieses Modell ebenfalls als Produkt erhältlich sein wird, war ebenso unklar. Dafür haben die Koreaner ein Herz für Gamer. Zunächst gab es bereits im Herbst in Zusammenarbeit mit NVIDIA ein Update für die OLEDs der 9er Baureihen.

Spielernaturen kommen dann, wenn sie ein entsprechendes TV-Gerät an eine GeForce-Grafikkarte angeschlossen haben, in den Genuss variabler Bildwiederholfrequenzen. Bislang waren das statisch 60 und 120 Hz, das erstere ist vielen zu langsam, die höhere Frequenz überforderte oft die angeschlossene Hardware. Nun kann die Grafikkarte im wahrsten Sinne des Wortes den Takt vorgeben. Wer nicht am großen Bildschirm spielt, für den ist vielleicht ein auf der Messe gezeigter 48-Zoll-OLED interessant, der sich auch an die Zielgruppe Gaming richtet. 48 Zoll dürften so ziemlich das maximal schreibtischkompatible Format sein – frohes Zocken.

Ja, auch 8K

Natürlich war auch 8K in Las Vegas wieder ein Thema. Das Angebot an Bildschirmen mit dieser Auflösung wächst ständig, und auch wenn die Preise noch deutlich über den 4K-Versionen liegen, kann man sicher orakeln, dass auch hier irgendwann die hohe Auflösung bei größeren Bildschirmen Standard sein wird.

Wundern Sie sich also nicht, wenn demnächst Diagonalen ab 75 Zoll nur noch in 8K angeboten werden, irgendwann gibt es eben einfach keine Displays mehr mit geringerer Auflösung.

Und Loewe?

Klar, wenn man von TV als Luxus spricht, gehört eigentlich auch Loewe dazu, doch die kürzliche Insolvenz des Herstellers beerdigte eigentlich alle Hoffnung mit sich. Nun hat Loewe aber mehr oder minder zeitgleich zur CES eine neue Heimat gefunden. Die Firma Skytec aus Zypern, zu der auch Marken wie Sharp gehören, hat das Traditionsunternehmen übernommen und will dieses schnell wieder zum alten Glanz führen. Am Standort in Kronach soll auf zunächst 30.000 Quadratmetern die Marke wiederbelebt werden, auch das Flaggschiff Loewe Bild 9 soll dann wieder zum Portfolio gehören. Wer genauso neugierig ist wie wir, hat aller Voraussicht nach auf der IFA in Berlin die Chance, die wiederauferstandene Marke zu treffen.

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