Am Puls der Neuzeit – Mercedes‘ Ideenschmiede im Silicon Valley

by • 20. November 2013 • Kommunikation, MobilitätComments (0)1496

Forschung für den Stern

Forschung für den Stern

Wenn ein Autohersteller die Türen seiner Entwicklungsabteilung öffnet, darf man gespannt sein. Klar, alles was die Öffentlichkeit noch nicht sehen soll, steht hinter verschlossenen Türen, doch das was Mercedes am Dienstag in Sunnyvale gezeigt hat, verdient allemal Beachtung und macht neugierig auf all das, was die Stuttgarter noch nicht zeigen.

Viel Freiraum für Ideen

Viel Freiraum für Ideen

MBRDNA, das ist das liebevolle Kürzel für Mercedes Benz Research & Development North America. Der etwas sperrige Begriff steht für nicht mehr oder weniger als den kompletten Neubau in Sunnyvale im amerikanischen Technik-Hotspot Silicon Valley. Hier, wo der Pulsschlag von Google und Apple, aber eben auch zahllosen Startups in jeder Ecke zu spüren ist, hat der schwäbische Traditionskonzern den Forschern und Entwicklern einen neuen Spielplatz gebaut. So kann man das elegante Gebäude ruhig titulieren, ohne despektierlich zu sein. In bester New Economy Manier bestimmen offen gehaltene Arbeitsplätze, Rückzugsmöglichkeiten für Telefonate oder einsehbare Konferenzräume das Bild. Hier wird Kommunikation gefördert und gefordert.

Loungstil statt Meetingraumtristesse

Loungstil statt Meetingraumtristesse

Viele der Wände dienen als großformatiges Zeichenbrett für die Zukunft des Automobils, zumindest das Innere davon beziehungsweise die Technik zur Kommunikation. Auch wenn die Mitarbeiter schon seit einigen Wochen hier residieren, riecht es zwar nicht nach frischer Farbe, aber dennoch spürt man, das alles brandneu ist. Die Einblicke enden nicht bei schick geschwungenen Wänden oder Spielzimmern mit Tischfußball und Xbox, nein man zeigt auch  Entwicklungen, von denen einige bald den Weg auf die Straße finden, andere eher als Inspiration dienen sollen.

 

Die räumliche Nähe zu Google & Co. inspiriert zu neuen Produkten

Die räumliche Nähe zu Google & Co. inspiriert zu neuen Produkten

Auf dem Parkplatz vor dem Gebäude steht einer der Entwickler neben einem SLK. Er trägt zwei Insignien der absoluten „Geekiness“, nämlich die Smartwatch Pebble und die Datenbrille Google Glas. Was das mit Mercedes zu tun hat? Nun, die Ingenieure haben mal eben eine nahtlose „Door to Door“ Integration konzipiert, bei der Google Glass und die Navigation des Autos miteinander kommunizieren. Zu Hause oder im Büro diktiert man seiner Brille das gewünschte Ziel, wird darauf hin zu seinem Auto geführt. Sitz man, dann übernimmt die bordeigene Navigation bis kurz vor das Ziel, dorthin, wo man eine Parkmöglichkeit findet. Auf den letzten Metern, beispielsweise zu einem Geschäft oder zu einem Termin, übernimmt dann wieder die Hightech-Brille die Routenführung. Ähnlich ist die Verwendung der Smartwatch gedacht: Im Auto sorgt sie für zusätzlichen Informationsfluss und warnt beispielsweise durch Vibrieren vor Gefahrenstellen. Außerhalb des Autos bewahrt sie den Kontakt mit diesem und hält Parameter wie Tankinhalt oder Reifendruck parat.

Autoinfos auf der Smartwatch? Warum eigentlich nicht.

Autoinfos auf der Smartwatch? Warum eigentlich nicht.

All solche Infos wollen die Stuttgarter übrigens auch auf einer Fahrzeugwebsite visualisieren, dort kann man dann bequem auch die Konfiguration übernehmen, seine favorisierten Apps anordnen oder sich über die letzten Touren informieren. All diese Themen haben aber noch reinen Konzept Charakter, das gilt auch für die gezeigte Integration mit dem nur in den USA erhältlichen Thermostat Nest. Bei dieser sendet das Fahrzeug eine Nachricht, wenn das eigene Zuhause als Ziel eingegeben wird und verständigt sich mit dem Nest vor Ort, damit beim Eintreffen des Fahrers oder der Passagiere die richtige Temperatur herrscht.

Proof of Concept - Das Auto spricht mit der heimischen Heizung

Proof of Concept – Das Auto spricht mit der heimischen Heizung

Ganz real ist aber ab Dezember das gezeigte Car-to-X Szenario, das eine Warnung vor Unfällen, Geisterfahrern oder beispielsweise Unwettern ermöglicht. Diese Funktionalität wird es als Update für das Drive Kit Plus geben. Diese, mit Smartphones zusammenarbeitende Infotainment-Lösung, wird dann um de Möglichkeit erweitert, entsprechende Meldungen zu empfangen, aber auch zu generieren. Sieht ein Drive Kit Plus Nutzer beispielsweise ein havariertes Fahrzeug, kann er eine entsprechende Warnung verfassen. kommt er gar selbst in eine Notlage und betätigt den Warnblinker, dann wird diese Nachricht automatisch generiert. So findet erstmals die seit Jahren diskutierte Car-to-X-Technik ihren Weg in Serienfahrzeuge. Das eröffnet zahllose Möglichkeiten, speziell wenn andere Hersteller auf das System aufspringen. Was das angeht, darf man auf die Zukunft gespannt sein, vielleicht gibt es ja schon auf der CES im Januar weitere Neuigkeiten. Noch mehr zum Thema „Vernetztes Automobil“ findet sich übrigens ab kommenden Freitag in der neuesten Ausgabe von trenddokument.

Car-to-X wird ab Dezember Realität - mit dem Drive Kit Plus

Car-to-X wird ab Dezember Realität – mit dem Drive Kit Plus

 

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