Könnte glatt AppleTV sein: Magine startet in Deutschland

by • 5. Juni 2013 • KommunikationComments (0)1762

Magine auf dem iPad - Nur ein Weg, um demnächst Live-TV zu genießen

Magine auf dem iPad – Nur ein Weg, um demnächst Live-TV zu genießen

Fernsehen via Internet? Das kennt man doch? In der Tat, aber Magine ist anders. Das schwedische Unternehmen bietet Live-TV sowie den Zugriff auf Mediatheken via iPhone, iPad und SmartTV. Android & Co. werden folgen. Einfach nur ein netter, neuer Versuch? Wir haben den Eindruck, Magine hat das Potenzial zur Killer-App. Warum? Das erklären wir nach dem Sprung…

TV via Internet kennt man: Zattoo beispielsweise oder eben ein IPTV-Angebot wie Entertain. Magine ist in zweierlei Hinsicht anders: Es benötigt (im Gegensatz zu Entertain) keine dezidierte Hardware und es bietet weit mehr als nur das aktuelle Programm. Magine liefert zwar alle TV-Kanäle als Livestream, doch man kann eben auch mal eben mit einer Handbewegung in der Timeline zurückgehen und sich die gewünschte Sendung von Anfang an zu Gemüte führen. Nicht nur die aktuell laufende, sondern im Prinzip alles, was die Mediathek des Senders hergibt. Bei den meisten Kanälen ist das – abgesehen von irgendwelchen Nachrichtensendungen – das Programm der vergangenen Woche. Damit das geht, schnappt sich Magine diese Inhalte, packt sie auf eigene Server und versieht sie mit einem DRM, einem Digital Rights Management. So ist sichergestellt, dass Abonnenten die Inhalte nur auf den freigegebenen Geräten schauen können, dies aber ohne weitere Komplikationen.

In der  Timeline kann man einfach auch vergangene Sendungen anwählen und sofort schauen

In der Timeline kann man einfach auch vergangene Sendungen anwählen und sofort schauen

Ist das reizvoll? Ja, denn es bietet zum einen nahezu grenzenlose Mobilität.Zumindest dort, wo die Sender es zulassen, kann man ganz nach Gusto dem aktuellen TV-Programm frönen oder sich im Archiv tummeln, was die Produktivität in deutschen Büros nicht steigern dürfte. Zum anderen aber ist es eine wirkliche Alternative zu den klassischen Distributionsformen: Statt Kabel (mit Gebühren) oder Satellit (mitunter technisch nicht ganz einfach) nutzt man einfach die App auf einem SmartTV (den Anfang machen wohl Samsung und LG) und kann so bequem durch den EPG stöbern. Aufzeichnung auf Harddisk? Die ist dann oft obsolet, solange die gewünschte Sendung im Archiv vorhanden ist. Zu spät zum Tatort nach Hause gekommen? Kein Problem, man fängt einfach später an.

Das iPad oder iPhone, auf dem man vielleicht in der U-Bahn noch die Nachrichten geschaut hat, wird zu Hause zum Second Screen für den Großbildschirm und statt in SD wegen der schlechten Datenverbindung unterwegs, kommt die gewünschte Sendung nun in HD aus dem Netz. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Aber es ist absolut zeitgemäß. Wer will sich denn überhaupt noch mit starren Programmrastern herumschlagen? Eben. Darum gibt es zu den einzelnen Sendern noch eine Grid-Ansicht, gewissermaßen das Icon zur Sendung. So sind die gesuchten Inhalte schnell gefunden und statt auf Uhrzeiten konzentriert man sich auf Inhalte – ein Traum.

Die Grid View - Inhalte statt Zeiten auswählen

Die Grid View – Inhalte statt Zeiten auswählen

Machen die TV-Sender da mit? Offensichtlich, denn bei Magine ist man zuversichtlich und hat die meisten Gespräche für den Start hierzulande schon hinter sich. In zwei, spätestens drei Wochen soll die Betaphase starten, für die man sich jetzt schon auf der Website registrieren kann und nach dem Sommer geht es dann offiziell los. Was der Spaß kosten wird, steht noch nicht genau fest, beim Interview in Köln anlässlich der Messe ANGA COM ließ Magine verlauten, das für Deutschland die öffentlich-rechtlichen Programme kostenlos sein werden, das Paket mit den Privaten vielleicht so um die 5 Euro kosten könnte. Internationale Sender kann man dann gegen weiteren Aufpreis zubuchen, eien leicht verständliche Kostenstruktur also. Der „normale“ Account erlaubt dann wohl zwei unterschiedliche Streams auf zwei Geräten, eine Familiy-Variante soll bis zu fünf Nutzer glücklich machen.

Wir sind gespannt und gehen davon aus, dass auf der IFA in Berlin der eine oder andere Anbieter von TV-Geräten durchaus Interesse an dieser Variante der TV-Verbreitung haben dürfte. Für alle, die bestehende Geräte entsprechend nutzen wollen, wird es dann wahrscheinlich kleine Android-Böxchen geben, auf denen sich die App installieren lässt. Die Königsvariante? So lange es noch keinen Fernseher von Apple gibt, könnte Cupertino den Dienst doch auf AppleTV integrieren, mit Watchever ist das ja auch gelungen. Wer jetzt noch etwas Zeit hat, kann sich das folgende Video des Entwicklers Mattias Hjelmstedt anschauen, dass die Bedienung demonstriert.

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