Mercedes Benz CLA Shooting Break

by • 24. März 2015 • featured, MobilitätComments (0)3291 •

 

Ein schöner Rücken: Der CLA Shooting Brake vereint Ästhetik und hohen Praxiswert

Ein schöner Rücken: Der CLA Shooting Brake vereint Ästhetik und hohen Praxiswert

Laut Definition ist ein Shooting Break eine Steilheckvariante eines Coupés. Dass letztere heute auch durchaus viertürig sein dürfen, macht die Sache nicht einfacher durchschaubar. Ist der CLA Shooting Break der praktische Bruder des CLA? Auf jeden Fall einer, der sich sehen lassen kann.

Mehr Profil: Das Sportback-Heck steht dem CLA ausgesprochen gut

Mehr Profil: Das Sportback-Heck steht dem CLA ausgesprochen gut

Die Diversifizierung bei den Baureihen in der Automobilbranche ist mitunter gar nicht mehr so leicht zu durchschauen. Mal ehrlich, können Sie fehlerfrei alle Deklinationen der A-Klasse aufzählen? Der jüngste Neuzugang in Mercedes’ Einstiegsbaureihe ist der CLA Shooting Break. CLA kennt man, vier Türen, flotter Coupéschnitt. Und Shooting Break? Wäre früher unter dem Begriff „Fließheck“ verkauft worden, das klingt aber nicht so dolle, also her mit den Anglizismen. Historisch ist – so klärt uns Wikipedia auf – ein Shootinge Break mal ein Gefährt gewesen, mit dem man Pferde ans Ziehen gewöhnte, also eher nicht so die Nobelkarosse. Das Shooting kam dann dazu, weil mit den Bremsvehikeln meist noch die Jagdausrüstung transportiert wurde.

Das bewährte Innenraumdesign, hier in der OrangeArt Version, gibt keinerlei Rätsel auf

Das bewährte Innenraumdesign, hier in der OrangeArt Version, gibt keinerlei Rätsel auf

Und heute? Von Bremsen kann eher keine Rede sein, der CLA mit dem ausgestreckten Popo sieht schon im Stand flott aus. Klar, Jagdutensilien könnte man auch damit transportieren, in der Marketingphantasie taugt der ausgedehnte Kofferraum für all das, was aktive Menschen stets so bei sich haben, also Tauchausrüstung, Kite-Equipment und das ganze Trendsportgedöns. Im Moment transportiert der Benz aber nur zwei Fahräste, von denen einer versucht, die vierzylindrige Fuhre an die haftgrenze zu bewegen. Statt malerischer Küstenstraßen jagen wir durch den Spessart, eine gewisse Ortskenntnis ist hier durchaus von Vorteil, denn zwischen den kleinen Örtchen lauern immer wieder herausfordernde Passagen mit Wechselkurven, die klarmachen, dass von der historisch bremsenden Funktion hierkeine Rede sein kann. Immerhin bewegen wir die AMG-Variante mit dem markanten Rufnamen A45. Die Ziffern lesen sich schön, haben aber wie beim normalen A oder CLA keine tiefere Bedeutung, denn das Volumen des Motörchens unter der Haube liegt weiterhin bei zwei Litern, dennoch entlocken die Techniker dem Vierzylinder sagenhafte 360 PS. Die verteilen sich im CLA Shooting Break auf alle vier Räder, was die teils sehr engen Kurven deutlich schneller durchfahrbar macht. Am Ende der schnellen und ausgedehnten Runde konstatiert der Kollege, dass die Fuhre sich angesichts der Bestückung mit Winterreifen gar nicht schlecht gemacht hat und dokumentiert noch schnell den Durchschnittsverbrauch, der sich angesichts der eher unüblichen Fahrweise bei beeindruckenden 18,4 Litern eingependelt hat. Das geht auch anders, denke ich mir und gleite die Fuhre über den Rest der Runde. Langsam nähert sich der Verbrauchswert wieder den Katalogdaten an, es geht also, wenn man will. Doch das ist sicher nicht die Bestimmung des AMG, der verlangt förmlich danach, getreten zu werden.

Front ohne Affront: Auch der Shooting Break ist sofort als Mercedes zu erkennen

Front ohne Affront: Auch der Shooting Break ist sofort als Mercedes zu erkennen

Neuer Tag, neues Bewegungsmittel. Dieses Mal wartet ein eleganter Diesel in charmantem Braun-Metallic auf uns, dazu hat jemand ein perfekt harmonierendes Interieur kombiniert, das mit passenden Brauntönen und ein wenig Holz gleich eine ganz andere Stimmung verbreitet. 177 Pferde mobilisiert der 220 CDI, eine 7-Gang-Automatik rundet das Antriebskonzept ab. Einsteigen und wohlfühlen, lautet die Devise. Alles ist stimmig, vom bereits erwähnten Ambiente über das üppig durchs Glasdach einströmende Tageslicht bis hin zur kultivierten Kraftentfaltung. Langsam klackern die Gänge durchs Getriebe, im Umkehrschluss zieht die Landschaft vorbei. Unaufgeregt, kultiviert, so muss Mobilität aussehen. Ach ja, und am Ende des Tages steht eine 5 beim Verbrauch vorne – so lässt es sich leben. Schön sind sie beide, der Diesel scheint uns die harmonischere, entstressende Variante. Andererseits sind auch 4,7 Sekunden auf 100 nicht zu verachten, doch die 18.000 Euro Preisdifferenz würden wir eher in opulente Ausstattung investieren.

 

Mercedes Benz CLA Shooting Break
ab 29.810 Euro
CLA 220 CDI, 177 PS, 0-100 km/h in 8,3s, Höchstgeschwindigkeit 228 km/h
ab 39.062 Euro
CLA 45 AMG 4-Matic, 360 PS, 0-100 km/h in 4,7s, Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
ab 57.269 Euro
www.mercedes-benz.de

Der Shooting Break ist der vielleicht noch schönere Bruder des CLA. Neben mehr Stil bietet er auch mehr Platz für die zweite Reihe, ist eine überaus angenehme Erscheinung und eine Bereicherung fürs Straßenbild. Das kann man wahrlich nicht von allen neuen Autos behaupten.

Wertung

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